Mit freundlicher Genehmigung des Verlags DuMont Schauberg
aus dem Stadtteilmagazin Osten vom 26.11.2010

 

Die erste Fliegerin von Dellbrück

Eine kräftige Windhose wirbelte die kleine Helene Hochscherf davon


von Uwe Schäfer

 

Dieser Nachmittag sollte allen Dellbrückern für lange Zeit im Gedächtnis bleiben. Es war 7. August 1898 und über dem Örtchen im Rechtsrheinischen herrschte ein heftiges Gewitter. Der Sturm fegte durch die Straßen der Ortsteile Strunden, Thurn und Mielenforst. Bei der Bäckerei Meuter in Thurn stürzte der Giebel ein und Dächer verloren ihre Ziegel reihenweise. Bäume wurden entwurzelt. Eine Kegelbahn wurde vollständig zerstört und das Schulgebäude von Thurn stark beschädigt. Auch im benachbarten Merheim wütete der Sturm mit ungestümer Kraft. Am Schulgebäude wurde das Dach fortgetragen, die Decke stürzte ein und die Fensterscheiben gingen zu Bruch.


Unsanfte Landung. Ganz Außergewöhnlich geschah in der Strundener Straße 17. Dort wohnte Helene Hochscherf, noch keine 11 Jahre alt, mit ihrem Vater bei Onkel und Tante im Haus „Schusters Eck". Als das Unwetter nahte, eilten die Männer und Frauen ins Freie, um dort zu sichern, was nicht niet- und nagelfest war. Das Mädchen folgte ihnen und dann passierte das Unglaubliche: An der Hausecke wurde es von der Windhose erfasst und davongetragen. Erst nach mehreren Dutzend Metern unfreiwilligen Fluges landete es fast unverletzt auf dem weichen Gras der benachbarten „Hexenwiese". Mit letzter Kraft schleppte sich die kleine Helene zum nahe gelegenen Hof der Familie Herkenrath. Dort staunte man nicht schlecht: Was, um Gottes Willen, hat das Kind bei so einem Hundswetter draußen zu suchen?

 

Das kleine Fachwerkhaus in dem Helene Hochscherf aufwuchs, etwa 300 Jahre alt, steht heute unter Denkmalschutz. Da es jahrzehntelang dem Ehepaar Schuster – dem Onkel und der Tante Helene Hochscherfs – gehörte, wird es heute noch „Schusters Eck" genannt.

 

Augenzeugen berichten. Noch Jahre später zeigten die Leute auf das Mädchen: „Das ist die erste Fliegerin von Thurn" Jetzt hat bdas Ereignis auch Eingang in eine Broschüre zur Historie Dellbrücks gefunden. Verfasst hat sie Hans Michels. „Ich hörte die Geschichte erstmals von meinem Großvater", sagte der Ortshistoriker des Bürgervereins Köln-Dellbrück. Der habe das Unwetter miterlebt. Michels, der Broschüren zur Ortsgeschichte veröffentlicht, profitierte von den Erzählungen des alten Landbriefträgers: „Der kannte jeden und wusste alles. Den größten Teil meiner Geschichten oder Anregungen habe ich von ihm." Im Fall von Helene Hochscherf konnte Michels deren Tochter befragen. Sie erzählte dem Geschichtsschreiber ausführlich von den spektakulären Vorgängen.

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